Ein Bericht über Corona in der süddeutschen Zeitung vom Hochzeitsplaner

Eines ist klar: Die Zeitschriften, Medien, Telefongespräche und persönlichen Treffen sind dominiert vom Thema Corona. Auch wir Dienstleister mussten die letzten Monate stark unter den Folgen der Pandemie leiden.
Dennoch: Es gibt Lichtblicke für Hochzeitsdienstleister zu Corona.

Wenn monatelang, keine Email reinkommt, die Anfragensituation im Keller ist und man selbst in Quarantäne sitzt, dann wundert man sich sehr, wenn plötzlich das Telefon klingelt.
Ein Montag Vormittag Ende Juni: Wie seit Wochen war ich mit den beiden Kindern zuhause, habe an meiner Homepage und diversen Projekten gearbeitet, als ich mehr zaghaft als bewusst mit den einfachen Worten „Ja hallo, Martina Anders hier?!“ abhob.

Was mich am anderen Ende der Leitung erwartete – damit habe ich wahrlich nicht gerechnet. Zumal das Thema Hochzeitsdienstleister zu Corona nicht wirklich präsent war und es auch genügend andere Weddingplanner gibt, die dieser Anruf hätte erreichen können.

„Guten Tag Frau Anders, Matthias Köpf mein Name - Journalist der Süddeutschen Zeitung. Hätten Sie ein paar Minuten Zeit für mich

Ein Bericht über Hochzeiten und Corona in der süddeutschen Zeitung
Zeitungsartikel aus der Düddeutschen Zeitung vom 30.06.2020

Ähm – ja?! Natürlich hatte ich das. Aus ein paar Minuten wurde ein lockeres, fröhliches Gespräch über ein weniger schönes Thema: Brautpaare und Hochzeitsdienstleister zu Corona.

Herr Köpf war am Verfassen eines Artikels über die derzeitige Situation, welche Ende Juni noch wie folgt aussah:
Zu diesem Zeitpunkt waren gerade wieder 50 Personen drinnen und bis zu 1.000 Personen draußen zum Feiern zugelassen.

Für Brautpaare eine schlimme Situation, wie ich Herrn Köpf erzählte. Viele haben ihre Hochzeiten immer wieder verschoben ins Ungewiss, andere direkt abgesagt für die kommenden ein bis zwei Jahre neu geplant. Dass das nicht nur mit einem hohen Aufwand, sondern auch Kosten (Stornierungskosten) für die Paare verbunden ist, wird leider oft nicht erwähnt.
Herrn Köpf von der Süddeutschen Zeitung interessierte aber auch meine Situation – die ja eigentlich stellvertretend war für alle Hochzeitsdienstleister.
Verwundert war er – wie viele andere auch, die sich dessen nicht bewusst sind – wie viele kleine Unternehmen eigentlich zur Hochzeitsbranche zählen. Es sind eben nicht nur Fotografen und Hochzeitsplaner. Wir sind viele mehr:
Tortenbäcker, Schmuckdesigner, Brautmodeläden, Floristen, Bands und Co. Dass wir unseren so gut wie den kompletten Jahresumsatz von April bis Oktober erwirtschaften (müssen) fand Herr Köpf auch sehr interessant. „Wenn man sich dessen mal bewusst ist, wird auch klar, warum Corona viele von uns den Kopf kostet“, sagte ich ihm ganz ehrlich übers Telefon.

Viele meiner Kollegen standen oder stehen immer noch vor dem Aus. Hochzeitsdienstleister zu Corona haben es absolut nicht einfach. Zusätzlich zu unseren eigenen finanziellen Problemen haben wir aber unentgeltlich weitergearbeitet: Wir haben so vielen Brautpaaren zugehört, sie aufgefangen, ihnen Mut gemacht in einer Zeit, die für uns mindestens genauso unsicher wie schlimm war. Wir haben endlose Telefonate mit weinenden Bräuten geführt, weil diese schlicht nicht wussten, ob ihr Traumtag stattfinden kann.
Wir haben Medien und Nachrichten verfolgt, waren immer Up to Date, um Paare beraten zu können.
Und das alles, während wir selbst nicht wussten, wie wir die Miete für die nächsten Monate bezahlen sollen.

Ich weiß nicht, ob es Faszination, Mitgefühl, Interesse, oder eine Mischung daraus war: Aber Herr Köpf hat sich alles angehört, viele Rückfragen gestellt und am nächsten Morgen schon einen tollen Artikel veröffentlicht.

Selbstverständlich hat nicht alles darin Platz gefunden: Es hätte einfach den Rahmen des Artikels gesprengt. Für mich jedoch war es ein Lichtblick für uns Hochzeitsdienstleister zu Corona. Ein unerwarteter, dafür sehr freudiger Anruf an einem Montag Vormittag in einer Zeit, die für uns alle einfach nur „irre“ ist und hoffentlich bald vorbei geht.

Zwischenzeitlich sind wieder ein paar Wochen vergangen. Einige wenige Hochzeiten, die nicht verschoben wurden, finden statt und es fühlt sich schon fast wieder normal für uns an. Ein trautes Gefühl der Sicherheit, als hätten wir nicht 2020 und keine Pandemie.
Für mich persönlich ist es eine doppelt schöne Sache, dass man zum einen seinen großen Tag wieder feiern und zum anderen dabei auch noch die momentane Realität für einen Tag vergessen darf.

Bis bald,
Eure Hochzeitsplanerin Martina

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